Bretonische Spezialitäten mit gesalzener Butter

Die Bretagne ist eine große Halbinsel, die ihre 270 km lange Nase im Nordwesten
Frankreichs ins Meer hinaus streckt. Von drei Seiten von Ärmelkanal und
Atlantik umschlossen, ist die Küste nie weit entfernt. In den bretonischen
Restaurants serviert man eine erstaunliche Vielfalt an Fisch und Meeresfrüchten
in üppigen Portionen. Crêperien gibt es wie Sand am Meer, wo Crêpes und
Galettes in unzähligen Varianten angeboten werden.

Aber auch viele weitere Spezialitäten bereichern die bretonische Küche, insbesondere
Nachspeisen mit gesalzener Butter. Gâteaux palets (flache, runde Kuchen),
Karamell und Kouingn Amann (ein zarter, blättriger Butterkuchen) sind weit über
die Grenzen der Bretagne hinaus berühmt. Dazu passt natürlich immer ein Becher
Cidre.

Warum verwenden die Bretonen so gerne gesalzene Butter?

Ein kleiner Umweg über die Geschichte: Die Zugabe von Salz war früher ein übliches Mittel, um Butter haltbarer zu machen. Überall sonst war Salz eine kostbare Ware, und über Jahrhunderte hat die Salzsteuer (die so genannte „Gabelle“) die Staatskasse gefüllt. Aber Herzogin Anne de Bretagne (1477–1517) hat in ihrem Ehevertrag mit dem französischen König Karl VIII festgelegt, dass die Bretonen niemals die Gabelle zahlen müssen. Daher konnten sie das ganze Jahr über gesalzene Butter essen. Und diese Tradition wird bis heute fortgeführt.